Gestaltung im Blick

Information im Kontext

Für sich genommen, mag eine getroffene Aussage kaum das Papier wert sein, auf dem man diese niederschrieb: »Heute wollig-weißes Schaf gesehen. So flauschig das Fell, so staunend groß die schwarzen Äuglein.« Doch was, wenn jenes Nutztier wurde auf dem Mond erspäht? Schon reibt verwundert sich der Leser seine Äuglein.

Sicherlich begegnen uns im Alltag nur sehr selten ähnlich kontextsensitive bovidaen Extreme wie eines der hier obenüber in dieser drolligen Anekdote von T. Schmelzharr beschriebenen Art. Wo doch sowohl Weltraumreisen, als auch die Nutztierhaltung, abseits unserer täglichen Wege sich ereignen. Oh, zweifelsohne sind da Menschen, die Schafe hüten und auch scheren. Selbstverständlich wandeln wieder andere über die Konservenhülle ihres Habitats, das um die Erde kreist. Auch Neil Armstrong stiefelte dereinst, 49 Jahre ist das heuer her, über unseren Trabanten. Wer feiert nun darob mit mir, im nächsten Jahr, die fünfzig bereits vergangenen, in denen wir lieber Panzer und Atomraketen gebaut haben, statt endlich Schafe auf den Mond zu fliegen? Und abseits dieser zwei, im Zorn vergossenen Tränen, liegt zum Glück die ganze Welt.

Von der Inhärenz

Beschriebene Tafel mit Schreibfehler
Reichlich infame Infomation!

Ganz gleich, ob es um die Welt der Bienen oder Blumen geht, um Produkte oder aufgespannte Felder: wenn um Verstehen und Begreifen gerungen wird, ist die der zur Verfügung stehenden Information inhärente Struktur von entscheidender Bedeutung. Oftmals entscheidet diese nicht nur über die Verarbeitungsgeschwindigkeit, sondern ermöglicht überhaupt erst das Verstehen. Sie ist das Skelett, woran sich das Fleisch der Erkenntnis fest machen kann. Sie verleiht dem Konstrukt, was wir uns von der Welt fertigen, die nötige Stabilität, um es lange genug aufrecht zu erhalten, bis wir es hoffentlich auch empirisch verleimen können. Diese Struktur, diese Meta-Ordnung, diese Topologie der Informationen ist es, die es ermöglicht schwierige Botschaften verständlich darzustellen und komplexe Vorstellungen vermitteln zu können. Sie zu bestimmen, ist die erste Aufgabe zu einer jeder erfolgreichen Aussendung.